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Das freiwillige ökologische Jahr in Nordrhein-Westfalen

ein Bildungsangebot zwischen Schule und Ausbildung

„Das FÖJ fand ich gut, weil ich viel über mich und die Gesellschaft gelernt habe, was in der Schule wegen der ‚Lernvorgaben' nicht möglich war." So eine Kernaussage einer Teilnehmerin im FÖJ 2000/2001 in NRW.
Sich selbst erfahren, im Umgang mit der Natur, am Arbeitsplatz, in der Gruppe Gleichgesinnter und doch so verschiedener Menschen ist vor allem Motivation zur Ableistung eines FÖJ und zugleich ein wichtiges Ziel des Angebotes.

Im FÖJ in NRW leisten 200 junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren in der Regel 12 Monate einen freiwilligen Dienst in anerkannten Einsatzstellen aus ökologisch relevanten Tätigkeitsbereichen. Die Zentralstellen bei den Landesjugendämtern organisieren innerhalb des Zeitraums für alle Freiwilligen jeweils fünf Seminarwochen mit ökologischen Fachinhalten, Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung und persönlichem Erfahrungsaustausch in der Gruppe.
Themen der Bildungswochen sind: Naturschutz, Agenda 21, Landwirtschaft, Energie und Umwelt, Ökosystem Wald, Fliessgewässer und Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Die Schwerpunktthemen werden ganzheitlich, von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet mit theoretischen Inputs und praktischen Erfahrungsmöglichkeiten angeboten.
Nach Bedarf bieten die Zentralstellen individuelle Hilfestellung bei der Berufswahl und in Konfliktfällen an.

Der Praxisteil, 39 W/Std. Mitarbeit in den anerkannten Einsatzstellen, ermöglicht einen umfassenden Einblick in das Berufsfeld und die Arbeitsrealität. Ein ganzes Jahr statt hier und da mal zwei Wochen Praktika beinhaltet persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Übernahme von Verantwortung, Erkenntnisse über die Natur im Jahreszyklus und Gelegenheiten, sich intensiv mit der weiteren beruflichen Perspektive auseinanderzusetzen.
Im Rheinland bieten ca. 50 verschiedene Einsatzstellen Plätze zur Ableistung des FÖJ an. Die Nachfrage vonseiten der Träger steigt, sicher auch, weil die jungen Leute in den Arbeitszusammenhängen wichtige zusätzliche Kräfte, neue Ideen und Arbeitszeit für Aufgaben, die schon länger auf Erledigung warten oder erst mit dieser Unterstützung verwirklicht werden können, einbringen.

In Nordrhein-Westfalen werden mit dem Angebot FÖJ vorrangig junge Menschen gefördert, die (noch) keinen höheren Bildungsabschluss (Abitur) haben. Tatsächlich entschließt sich ein Teil der Gruppe im Anschluss an das Freiwilligenjahr nochmals zur Schule zu gehen, um einen höherwertigen Schulabschluss zu erwerben. Der größere Teil mit Hauptschulabschluss und Fachoberschulreife nutzt das Jahr jedoch, um für die anstehende Ausbildung die erste praktische Erfahrung somit einen Wettbewerbsvorteil als Bewerber/in oder die Sicherheit für die Wahl eines Berufes im „grünen Bereich" zu gewinnen.
In den Einsatzstellen sind mindestens zwei Freiwillige, überwiegend mit unterschiedlichen Bildungserfahrungen, beschäftigt. Viele positive Erfahrungen, z.B. dass sich ein praktisch orientierter Hauptschüler mit einer konzeptionell denkenden Abiturientin prima als Team verstehen kann, haben inzwischen auch andere Bundesländer von diesem Modell überzeugt.

Wollen Sie in Ihrer Einrichtung eine FÖJ-Einsatzstelle einrichten, sollten Sie folgende Grundannahmen zur Durchführung des FÖJ erfüllen können.

Zuständige Behörden für die Anerkennung der Einsatzstellen sind gemäß § 1 der Verordnung über die Zuständigkeit nach dem FÖJG vom 11.06.1996 die Landschaftsverbände. Für das Rheinland wurde als Zulassungsbehörde und FÖJ-Zentralstelle vom Land NRW das Landesjugendamt beauftragt.
Eine Anerkennung kann jederzeit auf Antrag erfolgen.

Landschaftsverband Rheinland
LVR Dezernat 4 - Schulen und Jugend
FÖJ-Zentralstelle
50663 Köln
Tel.: 0221-809-6319
E-Mail: foej@lvr.de

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